Wenn Stärken im Fokus stehen: Rückblick auf den Social Impact Preis 2018
Was macht unser Leben eigentlich lebenswert? Wie gelingen positive Beziehungen, und wie können Menschen – gerade unter herausfordernden Bedingungen – ihre ganz persönlichen Stärken entfalten? Diese Fragen sind das Herzstück der Positiven Psychologie. Dass die Antworten darauf nicht nur in der Wissenschaft, sondern ganz konkret in der heilpädagogischen Praxis einen Unterschied machen, durften wir auf ganz besondere Weise erfahren.
Beim Kongress des Deutschsprachigen Dachverbandes für Positive Psychologie e.V. (DACH-PP) in Nürnberg im Jahr 2018 wurde zum allerersten Mal der Social Impact Preis verliehen. Er zeichnet Projekte aus, die den wertvollen Transfer der Positiven Psychologie von der Forschung in die Praxis leisten und dabei Menschen aus sozialen Randgruppen zugutekommen.
Ich erinnere mich noch heute mit großer Freude daran, dass meine geschätzte Kollegin und ehemalige Studentin Carolin Haun und ich diesen mit 500 Euro dotierten Preis entgegennehmen durften. Ausgezeichnet wurde Carolins herausragende Abschlussarbeit, die sie im Rahmen ihrer berufsbegleitenden Heilpädagogik-Ausbildung an der Hephata-Akademie für soziale Berufe verfasst hat. Ich hatte die große Freude, sie als Dozentin und Fachbereichsverantwortliche bei diesem Prozess zu begleiten und als ihre Mentorin die Arbeit für den Wettbewerb einzureichen.
Seit 2015 ist die Positive Psychologie ein fester Bestandteil unserer Heilpädagogik-Ausbildung an der Hephata-Akademie – eine Ausrichtung, die in Deutschland nach wie vor eine Besonderheit darstellt. Carolin Haun, die ursprünglich als Erzieherin zu uns kam, hat in ihrer Arbeit eindrucksvoll gezeigt, wie wirksam dieser Ansatz ist. Sie entwickelte ein praxisnahes Konzept für eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit kognitiven Einschränkungen.
Anstatt, wie so oft in unserem Berufsfeld üblich, vorrangig auf den Ausgleich von Defiziten zu schauen, hat sie Wege aufgezeigt, wie sowohl die Kinder und Jugendlichen als auch die Mitarbeitenden im Alltag Charakterstärken und Tugenden erkennen und gezielt fördern können. Es geht um einen echten Perspektivwechsel: Weg vom Reparieren dessen, was fehlt, hin zum Stärken dessen, was bereits da ist und wachsen möchte.
Dieser Preis war für uns eine wunderbare Bestätigung und ein Meilenstein. Er hat gezeigt, dass die Haltung der Positiven Psychologie genau dort ankommt, wo sie so dringend gebraucht wird: bei den Menschen. Solche Momente – wie auch unsere wunderbare Fachtagung „Mehr vom guten Leben für Alle“, die wir im Oktober desselben Jahres an der Hephata-Akademie feiern durften – bestärken mich immer wieder darin, die Positive Psychologie und ihr Potenzial für die soziale Arbeit weiter in die Welt zu tragen.




